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last update 12.09.2004
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Serengetidurchquerung Tansania/Kenia
(Moshi
– Arusha – Ngorongoro – Serengeti – Masai Mara – Nairobi) |
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Ausgangspunkt für diese Tour war die Kleinstadt Moshi am Fuße des
Kilimanjaros. Obwohl der Ort unter Touristen als Anlaufstalle für
Kilimanjarobesteigungen bekannt ist, sieht man auf den Straßen so gut wie
keine Weißen, also noch alles echt afrikanisch. Bis vor kurzem waren sogar
die Hauptstraßen noch ziemlich staubig, seit einem Jahr ist jetzt der
Stadtkern asphaltiert. Der Rest allerdings gehört in die Kategorie Feder-
und Stoßdämpferteststrecke. So auch der Weg zum Keys-Hotel, dem „besten“ am
Platze. Ein zweistöckiges Haupthaus, dahinter Pool und Rondavels ($ 20 die
Nacht), bei denen schon mal eine Scheibe fehlt oder wo sich die Geckos unter
der Türe durch zu einem ins Zimmer gesellen. African Style, aber nettes
Personal, brauchbares Essen, eine Bar und ein Pool. Zum Einkaufen fährt man
dann besser nach Arusha, wo es einen Supermarkt gibt, in dem wir
sogar Savanna bekamen. Die Strecke von Moshi über Arusha bis zum Abzweig
Makuyuni und weiter nach Mto Wa Mbu in sehr gutem Zustand, neu
gebaute Piste ohne Schlaglöcher. Mto Wa Mbu relativ groß, ein kleines
Städtchen, aber real african, obwohl es als Ausgangspunkt für Touren zum
nahen Lake Manyara gilt. Hier ließen wir nochmal die Benzintanks unsres
Hiluxes füllen, an einer Tankstelle, an der einer noch mit der Hand pumpen
mußte, zehnmal pro Liter und fünfundsiebzig gingen noch rein. Da stand sogar
einem Tansanier der schweiß auf der Stirn. Ich hatte Glück und konnte den
Ort näher kennenlernen, denn ich hatte zwei Locals dabei, Dey am Steuer und
Emanuel als Guide. Wir kauften auf dem Markt frische geschlachtetes Rind,
zwei Kilo für 4000 Schilling. Wir kauften es an einem Stand, wo ich sonst
nur die Fliegen auf dem Fleisch fotografiert hätte. Aber das ist hier halt
so, nix Tiefkühltruhe. |
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Route:
Moshi – Ngorongoro
(Ist gut in einem Tag zu schaffen)
Shoprite
Supermarkt Arusha S03°22’30” E036°40’44”
Makuyuni
S03°32’58“ E036°06’06“
Mto Wa Mbu
S03°22’25” E035°51’13”
Karatu
S03°20’09” E035°40’20”
Ngorongoro Lodoare Gate
S03°17’57” E035°35’33”
Kraterrand/Grzimek
Stein S03°15’55“ E035°34’15“
Simba A
Campsite S03°13’39” E035°29’26”
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Und den Lunch nahmen wir am Straßenrand, wo wir uns
vor eine Bar setzten, wo es kühle Drinks gab (Fanta baridi) und wo und ein
Typ mit seiner mobilen Küche leckere Fleischspießchen zu Rösti und Salat
zubereitete. Masai in ihren roten Tüchern schlenderten durch die Straßen und
überall blühte der Handel. Die Stunden hier gehörten zu den beeindruckensten
der Tour. Aber wir mußten weiter. Nach Mto Wa Mbu geht es aus der Ebene
ziemlich steil hoch Richtung Karatu. Man hat herrliche Ausblicke über
den Lake Manyara und die ganze Ebene. Leider wird kurz hinter dem Anstieg
die Straße zur Piste mit äußerst vielen Schlaglöchern und abgebrochenen
Straßenstücken. Nicht schwer zu befahren, aber es geht halt nur im
Schneckentempo voran, eine ziemliche Schaukelei. Kurz vor dem Gate zur
Ngorongoro Conservation Area wird’s wieder besser, all the way. Wir
verbrachten die Nacht am Kraterrand im Simba A Public Campsite, was
einen schönen Blick in den Krater und in die Ferne hat. Die vorhandenen
Toiletten und Kochunterstände ignoriert man besser, speziell dann, wenn sie
von nervigen Overlandern in Besitz genommen wurden. Nachts wurde es saukalt,
kein Wunder, denn man liegt hier auf etwa 2300 Metern. Am nächsten Morgen
ging’s mit dem Sonnenaufgang los, nordwestwärts, durch traumhafte
Hügellandschaft wieder runter in die Ebene bis zum Naabi Hill Gate
der Serengeti. |
Ngorongoro – Serengeti –
Sand River/Kenia
(Ist auch gut in einem Tag zu schaffen)
Naabi Hill
Gate/Serengeti S02°49’57” E034°59’56”
Seronera Park
HQ S02°26’13” E034°49’09”
Lobo
Lodge S01°59’59” E035°09’55”
Bologonja
Gate S01°46’07” E035°10’53”
Sand River
Gate S01°39’12” E035°13’04”
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Dort ließen wir uns gerne in ein Schwätzchen
verwickeln und fragten dann den Ranger, wie es denn aussähe mit einem
Grenzübertritt nach Kenia oben im Norden der Parks. Der stellte sich schon
mal nicht ganz quer, was wir als ersten Erfolg verbuchten. Wir sollten zum
Visitors Center nach Seronera fahren und dort Mr. Monobi aufsuchen,
der wäre der Mann, den wir bräuchten. Kamen am späten vormittag dann dort an
und fragten nach Mr. Monobi, bekamen dann aber zu hören, daß er übers
Wochenende weggefahren und frühestens Montag zurück sei. Na klasse. Zuerst
hoffte ich noch auf eine unkonventionelle Lösung, denn dieser Monobi, der
der Immigrations Officer hier sein sollte, der muß doch sicher einen
Stellvertreter habe. Hatte er aber nicht. Auch alle anderen Versuche, an den
Stempel für unseren Paß zu kommen, scheiterten. Mr. Monobi sollte nach
Mudumu, einem Nest an der Nordwest-Grenze der Serengeti, gefahren sein, dort
könnten wir ihn finden. Und von dort gäbe es dann angeblich auch eine Piste
nordostwärts zur Grenze hoch. Das aber alles ziemlich vage, zu weit und zu
schlechte Pisten. Also setzten wir alles auf eine Karte und fuhren auf gut
Glück von Seronera direkt nordwärts zuerst mal bis zur Lobo Lodge. Einsame
und gute Piste, so daß wir gegen zwei schon dort waren. Nach einem sündhaft
teuren Mittagessen auf der Poolterrasse der Lodge (traumhafte Aussicht)
hatten wir genügend positive Infos, um sogar noch weiter bis zur Grenze zu
fahren. Der tansanische Grenzposten liegt kurz hinter dem Grumeti River am
Bologonja Gate. Ein netter Ranger empfing uns und wir ließen im
Schwätzchen durchsickern, daß wir weiter nach Norden wollten. Und es schien
gut zu laufen. Mit viel Fingerspitzengefühl und Muse schleimten wir uns
etwas ein. Der Ranger pfiff dann aus einer nahen Hütte den Immigration
Officer hervor, einen erst mal muffig wirkenden Typen mit leuchtend gelbem
T-Shirt. |
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Masai Mara:
Keekorok
Lodge S01°35’29” E035°14’14”
Serena Lodge
S01°24’08” E035°01’33”
GPU
Campsite S01°23’47” E035°00’14”
Flußdurchfahrt b.
Intrepids S01°24’55“ E035°06’08“
Mara
Intrepids Club S01°24’41” E035°06’36”
Fig Tree
Camp S01°26’07” E035°11’31”
Talek
Gate S01°26’35’ E035°12’25”
Sekenani
Gate S01°31’15” E035°20’15”
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Der schloß dann sein Office auf und ließ sich erst mal alle Papiere
zeigen. Dann verschwand er mit den Papieren in einem dunklen Hinterraum.
Während wir etwas rumstanden, rief er Emanuel zu sich und ließ ihn wissen,
daß wir was zu zahlen hätten. Wir versuchten es erst mit 20 000 Schilling,
aber mußten dann nochmal 10 000 drauflegen. Ein guter Deal. Wir bekamen
sogar alle Stempel und sollten uns in sein Buch eintagen. Die aktuelle Seite
war dreiviertels voll und ich überflog die Angaben der Leute, die zuvor hier
die Grenze passierten. Hatten die sich im Datum vertan? Ach so, das war
letztes Jahr, ich verstehe. Ich blätterte. An die dreißig Leute, die es hier
pro Jahr versuchen. Dann bekam der Ranger noch 5000, ein kühles Savanna
hatte er schon bekommen, und somit durften wir durch und alle waren happy.
So reisten wir also aus Tansania aus. Etwa fünfzehn Kilometer sind es dann
durchs Niemandsland bis zum kenianischen Grenzposten am Sand River
Gate. Als wir dort über die Brücke fuhren, badete gerade das gesamte
Gatepersonal im Fluß. Aber im Nu standen sie in ihren Uniformen vor uns.
Wieder Schwätzchen. Der Customs Officer nahm uns dann in seine abgerissene
Hütte mit, wo wir auf einem Holzbänkchen vor seinem Schreibtisch Platz
nahmen. Die große Frage, wie wir jetzt zum Thema kommen. Der Officer holte
aus und fing mit einer Moralpredigt an, daß wir ja sicherlich wüßten, daß
die Grenze hier geschlossen, for security reasons. Ich hakte dann ein auf
die Schiene, daß wir ja hier in Afrika seien, so nice people, I have a
problem and maybe you can help me. Wir wollen da rüber und brauchen einen
Stempel im Paß, einen Stempel, den er hat. Und man könnte ja einen Deal
machen. Alles ziemlich witzig und die Jungs lachten sich tot. Nun war klar,
daß es einen Deal geben würde, und somit der Officer auch schon mal froh,
daß der Wazungu weiß, wie’s hier läuft. Es ging dann nur noch um die Höhe
des Bakschisch. |
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Er wollte zuerst 90 US-Dollar haben. Ne, zu viel, too much, excuse me, und
so weiter. Ich brachte wieder die altbewährte Methode mit meiner Familie,
viele Frauen und viele Kinder, sehr teuer, wie er sich sicher vorstellen
kann, und so näherten wir uns langsam, aber stetig an. Von 50 Dollar hatte
ich mal was gehört, und als er dann bei sechzig war, war der Deal perfekt.
Ab da waren sie unsere besten Freunde. Nur, daß er keinen Stempel hatte, wie
wir bei der Rückgabe unserer Pässe feststellen mußten. Und bei der Ausreise,
wie kommen wir ohne Einreisestempel wieder raus aus Kenia? No Problem, no
problem, meinte er und auch sein Kumpel. Ein Visum hatte ich ja auch nicht.
Naja, ich vertraute ihm und bekam dann noch ein Empfehlungsschreiben von ihm
mit Nationalparkstempel, in dem er schrieb, daß mich alle Stellen bei meiner
Reise durch Kenia unterstützen sollten. Wir campten dann bei ihnen am Fluß,
absolut traumhaft. Zwei erstklassige Plätze hier, direkt am Wasser, mit
Blick über die Ebene, und außer den Jungs vom Gate völlig alleine. In der
Ferne zogen die Gnus in ihren schwarzen Bindfädenschlangen südwärts, überall
Tiergeräusche, Flußplätschern, Sunset. Wir genossen kühles Savanna,
Kilimanjaro- oder Safari-Dosenbier und stießen an. Wir waren also
rübergekommen, es geht also, es geht immer irgendwie. Wir waren der
großen Gnu-Migration entgegengekommen und hatten sie jetzt genau hier im
Grenzgebiet angetroffen. |
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Zwei Tage blieben wir noch im Masai Mara,
entdeckten ein aufgegebenes Campsite nahe Seronera, mit herrlichem
Rundumblick, überhalb des Mara Rivers. Wir fanden die Flußüberquerung nahe
des Mara Intrepids Clubs, die einzige Verbindung des südlichen mit dem
nördlichen Straßensystem im Park. Über diese Verbindung kann man in den
Park, ohne ein Gate zu passieren und demnach ohne zu zahlen, wenn man’s
riskieren will. Man muß nur von Norden her über Narok und dann über
Aitong nach Talek fahren, wobei die Piste zwischen Aitong und
Talek sehr schlecht und schwierig zu finden sein soll. Eventuell einen
mitnehmen, der sich auskennt. Wenn man dann in Talek nicht durch’s Gate
fährt, sondern die Piste am Fig Tree Camp zum Mara Intrepids Club,
dann kommt man dort über den Fluß (4x4) nach Süden und ist drin. Ist eine in
Erwägung zu ziehende Alternative. Da wir aber schon bezahlt hatten, fuhren
wir nach einer dritten Nacht bei den Rangern der Keekorok Lodge (Camp
hinter dem Office und leckeres Essen in der Ranger Canteen!!!!) übers
Sekenani Gate und Narok nach Nairobi. Bis Narok gute Strecke,
nach Narok die Teerstraße zig Kilometer lang nur noch Bruchstücke, so daß
man oft besser neben der Straße in der Pampa fährt. Alles in allem haben wir
auf der ganzen Tour bis auf die Flußdurchquerung keinen Allrad gebraucht,
aber ein Wagen mit hoher Ground Clearance sollte man schon haben.
Fazit:
Gerade mal eine Woche on the road und es kommt einem vor wie ein Monat. Sehr
zu
empfehlen, Abenteuerfaktor groß!!!! |
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